Am 14. Mai fand im Villacher Kulturhof eine Veranstaltung der ganz besonderen Art statt. Der 1st Internationale Science Slam, organisiert von die Fachhochschule Kärnten, war ein spielerischer Wettbewerb zwischen Wissenschaftler*innen auf öffentlicher Bühne. In sechs-minütigen Beiträgen präsentierten sie ihre Forschungsprojekte einem gemischten Villacher Publikum, das am Schluss in einem gemeinsamen Votum den gelungensten Beitrag wählte. Begleitet wurde die Veranstaltung vom bekannten Wissenschaftsvermittler Bernhard Weingartner, der seit Jahren neben ähnlichen Veranstaltungen in anderen Städten Österreichs auch das Format „Fakt oder Fake“ im ORF moderiert.
Mit der Veranstaltung beabsichtigten die Organisatorinnen im Büros für European Universities der Internationalität der Kärntner Fachhochschule mehr Öffentlichkeit zu geben und sie als einen attraktiven Ort für spannende Lehr- und Lernerfahrung sowie dynamische Forschung zu bewerben. Zehn „Slammer*innen“ der FH Kärnten, ihrer Partneruniversitäten in Maribor und Porto und des BG/BRG St. Martin traten in sechs Gruppen vor einem ausverkauften Kulturhof auf die Bühne und stellten sich dabei einer ganz neuen Herausforderung. Denn nicht wissenschaftliche Relevanz, originale Daten und aufwendige Methoden waren Gradmesser beim Publikumsvotum, sondern spannender Inhalt, Kommunikationsvermögen und Kreativität.
Davon, wie Innovation in Gruppen am besten gefördert wird, über, wie eine verlorengeglaubte Hose in der Wohnung während des Lockdowns mit einem neuen Forschungsprojekt zu Klanglandschaftsökologie zusammenhängt, bis hin zur Frage, worauf wir bei künstlicher Intelligenz achten sollen; das Themenspektrum war vielfältig und bereichernd. Schlussendlich konnten in einer knappen Abstimmung die Hochschullektorin Viktoria Scariano und ihr Bachelorstudent Matthias Woltsche die meisten Punkte auf sich vereinen. „Von Vertrauen und Kontrolle in der medizinischen Bildgebung“ spielte gekonnt die Gegensätze zwischen Generationen von Menschen und Technologien gegeneinander aus. Das Gewinnerduo wird am 27. September in Graz beim großen Finale des österreichischen Science Slams mitmachen.
Der Science Slam hatte am 14. Mai nicht nur seine Premiere in Kärnten, er wurde erstmals auch bewusst in einem internationalen Format ausgerichtet. Vier Teilnehmer*innen reisten eigens aus Slowenien und Portugal nach Villach und präsentierten ihre „Pitches“ auf Englisch. Colin Heller, Co-Direktor des Studiengangs Intercultural Management, und seine drei Studentinnen aus Kasachstan, Simbabwe und Vietnam glänzten mit klingender Sprachenvielfalt und einem Plädoyer für Sprachen und Kulturen als Bereicherung für unsere Universitäten und Regionen.
Der Abend war für alle Beteiligten eine unterhaltsame und bereichernde Erfahrung, denn so lustig war Wissenschaft für viele noch nie. Forschungsbegeisterte können sich schon jetzt freuen. Die zweite Ausgabe des Internationale Science Slam ist bereits in Planung.